Begleitforschung

Themen und Zielstellungen der Projekte in den Modellregionen bilden das breite Spektrum der Elektromobilität ab. Um die Ergebnisse der Einzelprojekte in den Regionen auf programmatischer Ebene zusammenzuführen und den Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Akteuren sicherzustellen, wurden im Rahmen einer fundierten Begleitforschung übergeordnete Themenfelder definiert.

Mit beginnendem Markthochlauf und der Veröffentlichung der an die Markterfordernisse angepassten Förderrichtlinie erfolgte 2015 eine Fokussierung in den Begleitforschungsthemen. Mit dem klaren Ziel der Unterstützung des Markthochlaufs wurden vier wesentliche Themenfelder identifiziert, welche die Säulen der laufenden Programmbegleitforschung darstellen. Das Ziel der Begleitforschung sind die Zusammenführung und Auswertung der Projektergebnisse aus den drei Förderbereichen Fahrzeugbeschaffung, Elektromobilitätskonzepte und F&E-Projekte. Gemeinsam mit allen beteiligten Unternehmen und Organisationen findet ein reger Austausch statt, es wird Wissen vertieft, und es sollen neue Akteure befähigt werden, in das Thema Elektromobilität einzusteigen. Die Kommunikation wird innerhalb des Startersets Elektromobilität gebündelt oder direkt an die relevanten Stakeholder der Themenfelder und kommunalen Akteure übergeben. Über das Zentrale Datenmonitoring konnte die zusammenführende Datenübersicht aus den Projekten verstetigt werden.

Die Begleitforschung widmet sich folgenden Themenfeldern:


1. Themenfeld Innovative Antriebe und Fahrzeuge

Die Fahrzeugklasse Bus steht im Fokus des Themenfelds Innovative Antriebe und Fahrzeuge der Begleitforschung zum Förderprogramm Elektromobilität. Im Rahmen der Begleitforschung wird der Einsatz der laufenden Busse überwacht und technisch ausgewertet. Besonders relevant sind dabei u.a. die Verfügbarkeit, der Energieverbrauch und die maximale Reichweite der Busse. Der Fokus der Begleitforschung liegt dabei nicht allein auf Batteriebussen, auch Brennstoffzellenbusse und Oberleitungsbusse werden untersucht. Für die Batteriebusse werden die unterschiedlichen Ladekonzepte berücksichtigt. Auf Basis der technischen Auswertungen werden die verschiedenen Antriebsarten bewertet und verglichen. Darauf aufbauend soll eine praxisnahe Entscheidungshilfe für Busbetreiber entstehen.

Die Begleitforschung soll klären, wie gut die Technik der aktuellen Elektrobusse im realen Betrieb ist hinsichtlich Zuverlässigkeit, Energieverbrauch und Reichweite, welchen Einfluss Nebenverbraucher auf die Energieeffizienz haben, welche Auswirkungen die Lade- und Betankungsinfrastruktur auf die Verfügbarkeit und den Betrieb hat, wie ein Vergleich der verschiedenen elektrischen Antriebsarten (Batterie, Brennstoffzelle, Oberleitung) ausfällt, und für welchen Anwendungsfall (Stadtbus vs. Bus im ländlichen Raum) sich welche Antriebsart eignet.

Parallel zur Begleitforschung gibt es eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zum Thema Bus (kurz AG Bus). Die Treffen finden halbjährlich statt. Teilnehmen Vertreter von Busbetreibern, Herstellern, Zulieferern sowie von Politik und Kommunen.

Ansprechpartner:

Koordination der Begleitforschung: Oliver Hoch (NOW GmbH)
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Michael Faltenbacher (thinkstep AG)

Konsortium:

thinkstep AG
hySOLUTIONS GmbH
VCDB VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH
Im Unterauftrag:
Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme, IVI
IVV GmbH & Co. KG
SEK Consulting


2. Themenfeld Rahmenbedingungen / Markt

Der Erfolg der Elektromobilität ist in hohem Maß abhängig von politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Begleitforschung „Rahmenbedingungen und Markt“ betrachtet diese externen Einflüsse und ihre Relevanz für die Durchsetzung der Elektromobilität am Markt. Die Forschung beschäftigt sich mit dem Mobilitätsverhalten und den Mobilitätsbedürfnisse potenzieller Kunden aus dem privaten, öffentlichen und kommerziellen Bereich und der Frage, wie die Elektromobilität diese Bedürfnisse bedienen kann. Zusätzlich werden Handlungsempfehlungen für rechtliche und politische Weichenstellungen erarbeitet, die der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen können. Hierfür werden die Entwicklungen in Deutschland umfassend analysiert und bewertet und mit denen auf ausgewählten internationalen Märkten verglichen.

Die Begleitforschung soll klären, wie sich allgemeine Rahmenbedingungen (Gesetze, Politik, Markt, gesellschaftliche Trends) auf den Markthochlauf der Elektromobilität auswirken, welche Handlungsempfehlungen sich an die einzelnen Stakeholder formulieren lassen, inwiefern hierbei Erfahrungswerte aus dem EU- und Nicht EU-Ausland herangezogen werden können und in welchen Flottenanwendungen sich der Einsatz von Elektrofahrzeugen unter operativen und finanziellen Gesichtspunkten lohnt.

Die Begleitforschung „Rahmenbedingungen und Markt führte 2017 zwei Workshops zum Thema „Elektromobilität in der städtischen Logistik“ mit relevanten Stakeholdern durch. Hier wurden Hemmnisse und Anreize, Nutzungsmuster, mögliche Flottenkonzepte sowie die kommunale Rolle und bestehende Förderbedarfe diskutiert. Im Rahmen des Themenfeldtreffens „Strategien zur Verbreitung der Elektromobilität: Orientierung am Mobilitätsverhalten“ im September 2017 präsentierte das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die Ergebnisse der Analysen des Mobilitätsverhaltens und der -bedürfnisse von privaten Haushalten, gewerblichen und kommunalen Flotten. Deutlich wurde, dass es heute schon private und gewerbliche Nutzerprofile und Anwendungsbereiche gibt, die für den Einsatz von Elektrofahrzeuge geeignet und wirtschaftlich sind.

Ansprechpartner:

Koordination der Begleitforschung: Marc Weider, NOW GmbH
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Sören Grawenhoff, TÜV Rheinland Consulting GmbH

Konsortium:

TÜV Rheinland Consulting GmbH, Köln
Institut für Innovation und Technik, Berlin
Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe


3. Themenfeld Vernetzte Mobilität

Die Begleitforschung Vernetzte Mobilität hat sich zur Aufgabe gemacht zum einen die Vernetzung verschiedener elektromobiler Anwendungen und unterschiedlicher Verkehrsträger zu untersuchen und zum anderen die Vernetzung zwischen der Elektromobilität und der Energiewirtschaft mit steigender Anzahl an Elektrofahrzeugen zu betrachten. Das Ziel des Themenfeldes liegt dabei im Auf- und Ausbau von Kompetenzen auf kommunaler Ebene.

Die Vernetzung verschiedener elektromobiler Anwendungen und unterschiedlicher Verkehrsträger wird dabei als Bestandteil kommunaler Mobilitätsstrategien im Detail untersucht und ein Maßnahmenkatalog zusammengestellt. Die Verknüpfung des Verkehrssektors mit dem Energiesystem wird anhand der Akteure Kommunen, Stadtwerke, Verteilnetzbetreiber und Verkehrsbetriebe diskutiert. Beide Bereiche werden ergänzt durch die Erfahrungen der kommunalen Elektromobilitätskonzepten sowie der kommunalen Sicht anhand der Städtebefragung.

Ansprechpartner:

Koordination der Begleitforschung: Silke Wilhelm, NOW GmbH
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Elisabeth Dütschke, Fraunhofer ISI

Konsortium:

Fraunhofer-Institut für System und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe
Institut Stadt | Mobilität | Energie (ISME), Stuttgart
EE ENERGY ENGINEERS, Gelsenkirchen
Noerr LLP, München

Übersicht und Ergebnisse von Veranstaltungen der Begleitforschung

Datum Veranstaltung
08.12.2016 Auftaktveranstaltung
22.03.2017 WS Evaluationsmethodik
04.05.2017 1. Themenfeldtreffen (Sektorenkopplung) + WS Kommunen + Stadtwerke
23.11.2017 WS Verteilnetzbetreiber
08.12.2017 WS Elektrifizierung von Fuhrparks
15.01.2018 WS Kommunikationsstrategien
16.01.2018 2. Themenfeldtreffen (Elektromobilitätskonzepte)
21.06.2018 WS Ladeinfrastrukturaufbau in Kommunen
05.07.2018 WS Rolle der Verkehrsbetriebe bei der Sektorenkopplung Verkehr und Strom
10.10.2018 WS Verteilnetze und intelligentes Laden von E-Fahrzeugen
11.10.2018 3.Themenfeldtreffen (Sektorenkopplung)
Q4 2018 WS Logistikkonzepte
Q2 2018 4. Themenfeldtreffen Ergebnisvorstellung Konzepte