Förderrichtlinie/ Förderaufrufe

Eine wesentliche Voraussetzung für die Verbreitung der Elektromobilität in Deutschland sind ausreichende und benutzerfreundliche Ladestationen. Viele Menschen werden sich nur dann ein Elektrofahrzeug anschaffen, wenn sie den Strom in einem akzeptablen Zeitraum und in räumlicher Nähe tanken können. Folglich unterstützt die „Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ den bundesweiten Aufbau eines bedarfsgerechten Netzes von Ladestationen.

Auch die EU verpflichtet die Mitgliedstaaten in ihrer Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (Alternative Fuels Infrastructure Directive -AFID) zu einem flächendeckenden und ausgewogenen Aufbau von Ladeinfrastruktur. Dazu haben die Mitgliedstaaten bis November 2016 Nationale Strategierahmen (NSR) entwickelt. Eine wesentliche Maßnahme zur Unterstützung des Markhochlaufs der Elektromobilität ist der Ausbau ausreichender und nutzerfreundlicher Ladeinfrastruktur.

Um schnelles und unkompliziertes Laden entsprechend der Bedürfnisse der Nutzer zu gewährleisten, wird über die Förderrichtlinie der bundesweite Bau von DC-Schnellladestationen forciert. Darüber hinaus unterstützt das BMVI den Ausbau von AC-Normalladestationen, im Sinne des Zwischendurchladens, an Standorten an denen Nutzer länger parken. Die Summe der genannten Bemühungen soll eine flächendeckende und bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Fahrzeuge in Deutschland sicherstellen. Dabei soll auch die Etablierung eines dynamischen Markts angetrieben werden, der bereits vorhandene Ladeinfrastruktur berücksichtigt und durch einen funktionierenden Wettbewerb zwischen Anbietern von Ladeinfrastruktur im gesamten Bundesgebiet charakterisiert ist.

Am 13.02.2017 hat die Europäische Kommission die Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur genehmigt. Insgesamt stellt das BMVI Fördermittel in Höhe von 300 Millionen Euro bereit.

Das Bundesförderprogramm Ladeinfrastruktur des BMVI trifft auf eine sehr große Nachfrage. In den ersten sechs Förderaufrufen sind über 7.200 Anträge auf Förderung eingegangen. Bisher (Stand August 2020) wurden bereits Anträge für insgesamt rund 23.000 Ladepunkte bewilligt, davon gut 5.500 Schnellladepunkte. Das entspricht einem Fördervolumen von rund 149 Millionen Euro. Gut 9.500 der geförderten Ladepunkte sind bereits in Betrieb.

Am 22.06.2020 startete der sechste Förderaufruf, bis zum 22.07.2020 konnten Förderanträge für öffentlich zugängliche Ladestationen gestellt werden. Gefördert werden bis zu 3.000 Normal- und 1.500 Schnellladepunkte. Wie beim fünften Förderaufruf wird auch wieder Ladeinfrastruktur gefördert, die nicht rund um die Uhr, sondern mindestens 12 Stunden werktags (Montag-Samstag) öffentlich zugänglich ist. Dadurch werden insbesondere Parkplätze an Kindergärten, Krankenhäusern, Sportstätten sowie Stadtteilzentren adressiert.

Berichterstattung im Rahmen der Förderrichtlinie/ Förderaufrufe

Die Förderung von Ladestationen im Rahmen der Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur ist an eine Pflicht der Berichterstattung gebunden. Diese umfasst die Meldung der Inbetriebnahme aller geförderten Ladestationen sowie die Übermittlung von Halbjahresberichten während der sechsjährigen Mindestbetriebsdauer der Ladestationen. Die Daten werden im Rahmen der Begleitforschung Ladeinfrastruktur ausgewertet, um Erkenntnisse aus der Analyse des Status Quo in die zukünftige Gestaltung des Ladeinfrastrukturausbaus einfließen zu lassen.

1. Meldung der Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme von geförderten Ladestationen muss über ein Inbetriebnahme-Protokoll belegt werden. Eine mögliche Vorlage für das Inbetriebnahme-Protokoll steht auf der Webseite der Bundesnetzagentur zum Download zur Verfügung. Die Meldung der Inbetriebnahme in OBELIS muss direkt ab dem Vorliegen des Inbetriebnahme-Protokolls erfolgen.

2. Übermittlung der Halbjahresberichte

Zur Erfüllung der Berichtspflicht übermitteln die Zuwendungsempfänger ab Inbetriebnahme der geförderten Ladestationen zweimal jährlich in Form von Halbjahresberichten Informationen zum Standort, der Ausstattung und Nutzung der geförderten Ladestationen.

Berichtsfristen:

    1. August (für Berichtszeitraum 01. Januar – 30. Juni)
    1. Februar (für Berichtszeitraum 01. Juli – 31. Dezember)

Welche Daten innerhalb der Halbjahresberichte abgefragt werden, können Sie in der PDF-Datei „Datenabfrage Halbjahresberichte“ im Downloadbereich einsehen.

Neue Online-Plattform OBELIS eingeführt

Mit Stichtag 01.02.2019 wurde ein neues Berichtssystem eingeführt. Die Übermittlung der Inbetriebnahme-Protokolle und der Halbjahresberichte erfolgt seitdem ausschließlich über die Online-Plattform OBELIS, die Sie über diesen Link erreichen: obelis.now-gmbh.de

Kontakt bei Fragen rund um die Berichterstattung:
onlineberichte-ladeinfrastruktur@now-gmbh.de