Berlin ist in dieser Woche Treffpunkt hochrangiger Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und internationalen Fachorganisationen. Beim 45. Steering Committee Meeting der International Partnership for Hydrogen and Fuel Cells in the Economy (IPHE) beraten die Delegierten aus insgesamt 27 IPHE-Mitgliedsländern unter anderem über aktuelle Entwicklungen, Prioritäten und nächste Schritte beim Aufbau einer globalen Wasserstoffwirtschaft.
Im Fokus stehen dabei zentrale Fragen der internationalen Zusammenarbeit: Wie können Wasserstoffmärkte grenzüberschreitend weiterentwickelt werden? Welche Infrastruktur wird benötigt, und wie lassen sich Rahmenbedingungen besser aufeinander abstimmen? Erstmals nimmt auch eine Delegation aus Kenia am Steering Committee der IPHE teil und erweitert damit den Kreis der insgesamt 28 beteiligten Mitgliedsstaaten, einschließlich der EU-Kommission.
Dagmar Fehler, Sprecherin und CEO der NOW GmbH: „Die IPHE zeigt, wie internationale Zusammenarbeit konkret funktionieren kann: Regierungen tauschen sich nicht abstrakt aus, sondern arbeiten gemeinsam an Fragen zu Märkten, Infrastruktur und Standards. Genau dieser strukturierte Dialog ist entscheidend, um den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft verlässlich und international anschlussfähig zu gestalten.“
Begleitet wird das Steering Committee von einem vielseitigen Programm, das politischen sowie fachlichen Austausch mit Industrie‑Dialogen und praxisnahen Einblicken in die Wasserstoff‑Wertschöpfungskette verbindet. Beim IPHE Industry & Outreach Day kommen Delegierte mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Industrie zusammen, um zentrale Herausforderungen des Markthochlaufs zu diskutieren – von Angebot und Nachfrage bis hin zur Rolle leistungsfähiger Infrastruktur als Rückgrat funktionierender Wasserstoffmärkte.
Ergänzt wird der Austausch durch sogenannte Site Visits, bei denen konkrete Wasserstoffprojekte in Deutschland besucht werden. Bei Siemens Energy erhalten die Delegierten Einblicke in die industrielle Fertigung von Elektrolyseuren – einer Schlüsseltechnologie für die Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff. Ein weiterer technischer Besuch führt zu konkreten Anwendungen im Verkehrssektor: Bei der Heidekrautbahn steht ein Wasserstoffzug der Niederbarnimer Eisenbahn im Mittelpunkt, ergänzt durch Besichtigungen von Wasserstoff‑Tankstellen für den Schienen‑, Bus‑ und Lkw‑Verkehr. Die Besuche zeigen anschaulich, wie Wasserstofftechnologien bereits heute in der Mobilität eingesetzt werden.
Wasserstoff als Baustein für die Transformation
Deutschland hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt und strebt Klimaneutralität bis 2045 an. Der dafür notwendige Umbau von Energie‑, Industrie‑ und Verkehrssystemen erfordert technologische Innovationen, die Klimaschutz und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit miteinander verbinden. Emissionsarmer Wasserstoff ist dabei ein zentrales Element. Insbesondere im Verkehrssektor ergänzt Wasserstoff die batterieelektrische Mobilität dort, wo eine direkte Elektrifizierung nur eingeschränkt möglich ist – etwa im Schwerlastverkehr, in der Luftfahrt oder in der maritimen Schifffahrt. Gleichzeitig trägt der Einsatz von Wasserstoff im Verkehr dazu bei, verlässliche Nachfrage zu schaffen, Infrastruktur aufzubauen und die Grundlage für funktionierende Wasserstoffmärkte zu legen.
Internationale Kooperation als Voraussetzung
Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ist ohne internationale Zusammenarbeit nicht denkbar. Wasserstoffmärkte, Infrastruktur und Standards lassen sich nicht national isoliert entwickeln. Die IPHE bietet eine Plattform für politischen Austausch, Koordinierung und den Wissenstransfer. Ein aktuelles Beispiel ist der IPHE-Bericht zum Vergleich von Wasserstoff-Zertifizierungssystemen, dessen zweite Auflage in der kommenden Woche auf dem World Hydrogen Summit in Rotterdam vorgestellt wird und an dem Deutschland federführend mitgewirkt hat.
Förderung, Infrastruktur und konkrete Anwendungen
Das Bundesministerium für Verkehr unterstützt den Hochlauf von Wasserstofftechnologien seit Jahren gezielt. Über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff‑ und Brennstoffzellentechnologie wurden mehr als eine Milliarde Euro in Forschung, Entwicklung und Markteinführung investiert.
Parallel dazu wurde eines der europaweit fortschrittlichsten Netze öffentlich zugänglicher Wasserstofftankstellen aufgebaut. Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau einer Tankstelleninfrastruktur für den Schwerlastverkehr mit dem Ziel, bis 2030 mehr als 100 Standorte zu realisieren. Um das sogenannte Henne-Ei-Problem zu überwinden, fördert die BMV-Infrastruktur und Fahrzeuge gemeinsam. Auch Wasserstoffbusse und die dazugehörige Infrastruktur werden weiterhin finanziell unterstützt.
Über die NOW GmbH
Die bundeseigene NOW GmbH unterstützt die Bundesregierung seit 2008 bei der Umsetzung klima- und industriepolitischer Ziele. Sie koordiniert strategische Projekte zu klimafreundlicher Mobilität und nachhaltiger Energieversorgung und treibt innovative Technologien wie Elektromobilität und Ladeinfrastruktur, Wasserstoff und Brennstoffzellen sowie alternative Kraftstoffe voran. Kernaufgabe ist die effiziente Umsetzung von Bundesförderprogrammen in diesen Bereichen. Zudem berät die NOW GmbH die Politik und fördert über ihre Netzwerke in Industrie, Kommunen, Verbänden und Wissenschaft den Wissensaustausch. Mit der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur steuert sie die Aktivitäten des Bundes zum Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland. Mehr Informationen zur NOW GmbH hier.
Foto: Franz Josef, Berlin




