Im vorliegenden Projekt steht explizit der Netzwerkgedanke im Vordergrund des Vorhabens. Durch eine Stärkung existierender Leuchtturmregionen sowie der gezielten Ausstattung relevanter Verbindungskorridore zwischen diesen soll eine weitgehend freie Mobilität auf Wasserstoffbasis zwischen den Metropolregionen Deutschlands ermöglicht werden. Außerdem werden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten direkt mit einem Demonstrationsvorhaben verknüpft, was einen Erkenntnisfluss in beide Richtungen ermöglicht und damit weitere Verbesserungspotenziale hebt. Ende des Jahres 2016 wurde so z. B. am Münchner Flughafen eine Wasserstofftankstelle mit der neuesten Generation der Kryopumpe aufgebaut, welche mit ersten Erkenntnissen aus diesem Vorhaben in einem weiteren NIP-Projekt entwickelt wurde. Mit dieser wurden z. B. die erforderliche Stromanschlussleistung sowie der Platzbedarf der Anlage signifikant reduziert. Ebenso wurden in diesem Projekt die ersten Anlagen mit ionischem Verdichter (vgl. Abbildung 2, Verdichteranlage) aus der 2014 eröffneten Kleinserienfertigung installiert. Neben dem Aufbau der zehn Wasserstofftankstellen wurden weitere Entwicklungs- und Verbesserungsaktivitäten in folgenden Bereichen durchgeführt:
1. Service & Wartung – hier wurden die erforderlichen Wartungstätigkeiten und -intervalle detailliert untersucht sowie Schulungen für interne und externe Serviceaktivitäten erstellt und durchgeführt.
2. Remote Operation Control – in diesem Paket wurde nach intensiver Bewertung verschiedener Einbindungsmöglichkeiten in bestehende Überwachungssysteme ein vollumfängliches Fernüberwachungssystem (Schnittstellen, Parameter, Prozessketten, Aktivitäten-/Meldungsmatrix) entwickelt.
3. Belieferungsschnittstelle-Speichertank – nach Definition von Standardspezifikationen zusammen mit potenziellen Zulieferern wurden neuartige 200-bar-Wasserstoffspeicher zur Aufstellung an Wasserstofftankstellen gefunden sowie eine Befüllschnittstelle zwischen diesen 200-bar-Speichertanks und neuer 500-bar-Wasserstofftrailertechnologie entwickelt.
4. Ersatzteilmanagement – hier wurden verschiedene Lageroptionen für Ersatzteile evaluiert sowie ein erstes Kleinlager mit spezifisch erarbeitetem Ersatz- und Verschleißteilkonzepts implementiert.
Ziel des Projekts ist es, die Technologie in bestehenden Tankstellenstandorten verschiedener Partner aus der Mineralölindustrie zu integrieren. Dies soll zum einen eine gute verkehrstechnische Erreichbarkeit und Sichtbarkeit erhöhen und zum anderen entscheidend dazu beitragen, sowohl bei Betreiberpartnern als auch bei Endkunden für eine breite Akzeptanz von Wasserstoff als Kraftstoff zu sorgen.