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Einfach laden für Reisebusse

Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur stellt fünf Handlungsfelder für den Aufbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur vor.

Berlin, 24.02.2026 – Die Emissionen von Reisebussen müssen im Rahmen der europäischen CO2-Flottenregulierung bis 2040 um 90 Prozent sinken – verglichen mit 2019. Eine Herausforderung für den Reisebusverkehr in Deutschland, dessen Elektrifizierung noch ganz am Anfang steht.

Zentrale Voraussetzung für den Umstieg auf E-Reisebusse ist der Aufbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur. Doch welche technischen, planerischen und organisatorischen Anforderungen sind hier zu berücksichtigen? Um das herauszufinden, hat die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) Markterkundungsgespräche mit Akteuren der Busbranche – Fahrzeugherstellern, Verbänden,  ZOB- sowie Bus-Betreibenden und Infrastrukturerrichtern – durchgeführt und darauf basierend Handlungsfelder identifiziert.

Die Publikation „Anforderungen an Ladeinfrastruktur für den Reisebusverkehr – 5 Handlungsfelder“ gibt einen Einblick in die Marktsituation der Reisebusbranche vor dem Hintergrund der Elektrifizierung, sie informiert über die Vorgaben, die sich aus der CO₂-Flottenregulierung, der AFIR-Verordnung und im Hinblick auf Lenk- und Ruhezeiten (EU-Verordnung 561/2006) ergeben und beleuchtet das Thema Wirtschaftlichkeit sowie das Zusammenspiel der Akteure.

Dagmar Fehler, CEO und Sprecherin der NOW GmbH: „Ohne verlässliche Ladeinfrastruktur an den Verkehrsknotenpunkten des Reisebusverkehrs wie Zentralen Omnibus-Bahnhöfen, Autohöfen oder touristischen Hotspots ist die notwendige Transformation nicht erreichbar. Die identifizierten Handlungsfelder zeigen, welche technischen, planerischen und organisatorischen Anforderungen jetzt angegangen werden müssen.“

Die 5 Handlungsfelder im Überblick

  • Bedarfsermittlung und Verkehrsdatenerhebung: Eine bundesweite Erhebung von Verkehrsdaten – Streckenprofile, Frequenzen, Haltepunkte und Fahrzeugverteilung, differenziert nach Fernbus- und Gelegenheitsverkehr; auf dieser Grundlage ist ein strategisch priorisierter Infrastrukturaufbau möglich.
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  • Flächenbereitstellung und Steuerung der Ladeinfrastrukturentwicklung: Um Raumressourcen effektiv nutzen zu können, benötigt es eine Analyse der bestehenden ZOB-Strukturen und relevanten Standorten auf ihr Ladeinfrastruktur-Potenzial, eine gemeinsame Auswahl geeigneter Flächen von Ländern und Kommunen sowie eine Entwicklung standardisierter Ladeplatztypen für verschiedene städtische und regionale Kontexte; wichtig sind darüber hinaus technische Diskussionen, beispielsweise zu standardisierten Ladeinletpositionen an den Fahrzeugen.
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  • Netzausbau und Energieversorgung sicherstellen: Für die Energieversorgung ist eine frühzeitige Abstimmung mit Verteilnetzbetreibern unerlässlich, damit Netzanschlüsse für hohe Ladeleistungen ausgelegt und Schnittstellen zu bestehender ÖPNV- und Lkw-Infrastruktur berücksichtigt werden.
  • Förderbedarfe und Finanzierungsmodelle entwickeln: Um die Marktaktivierung zu fördern, ist ein integratives Förderdesign notwendig: Neben steuerlichen Anreizen sind auch Zuschüsse für Fahrzeuganschaffung, Infrastrukturaufbau und Netzanschluss denkbar. Ziel sollte es sein, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen die Teilhabe am Markthochlauf zu ermöglichen.
  • Vernetzung der Akteure: Eine stärkere Vernetzung aller Beteiligten sowie die Förderung öffentlich-privater Kooperationsmodelle unterstützt eine gezielte Umsetzung.

 

Link zur Publikation

Mehr Ladeinfrastruktur-Themen finden Sie bei der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur.

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Kontakt

Maren Klein
Managerin Presse & Publikationen
maren.klein@now-gmbh.de