Grüne Intralogistik: Wasserstoff im Tank

Alternative Antriebstechnologien stehen auch in der Logistikbranche im Fokus. Verschärfte Umweltrichtlinien bringen neue Herausforderungen und klimafreundliche Alternativen werden zum Wirtschaftsfaktor. Ein Weg, Nachhaltigkeit in der Logistikbranche zu verankern, ist der Einsatz von Fahrzeugen mit Brennstoffzellentechnologie, die Wasserstoff als Kraftstoff nutzen. In der Intralogistik bieten sie – vom Gabelstapler in der Lagerhalle bis zum Gepäckschlepper am Flughafen – eine gute Möglichkeit, den Energieverbrauch sowie den Ausstoß von Schadstoffen und CO2-Emissionen zu senken und Lärm zu vermeiden.

Intralogistik bei Daimler

Clean Intralogistics Net – Engagement für die Zukunft

Das Netzwerk für grüne Intralogistik mit Brennstoffzellen wurde 2016 gegründet und wird seit 2017 als Innovationscluster im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Phase II durch das BMVI gefördert.
Mit Clean Intralogistics Net (CIN) wird eine offene Plattform für den Technologie- und Wissenstransfer zwischen Wasserstofflieferanten, Herstellern und Anwendern von Brennstoffzellensystemen im Bereich Logistik, Flurförderzeug- und Schlepperapplikationen geschaffen, die durch die NOW GmbH begleitet wird.

Der Zusammenschluss von aktuell dreizehn namhaften und weltweit operierenden Unternehmen hat sich einem großen Ziel verschrieben: den Transport und Umschlag von Gütern in Industrie, Handel sowie an Flughäfen emissionsfrei, effizienter und zudem wirtschaftlicher zu gestalten. Mit dem gemeinsamen Netzwerk wollen die Partner den Einsatz brennstoffzellen- betriebener Gabelstapler und Schlepper – sogenannter Flurförderzeuge (FFZ) – sowie Fahrzeuge auf dem Flughafenvorfeld voranbringen.

Die zugehörige Wasserstoff-Infrastruktur planen sie stets mit. Der Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer steht für das Netzwerk im Vordergrund, um Einzelvorhaben zu bündeln und der klimafreundlichen Antriebsform zum Durchbruch zu verhelfen. Fachliche Unterstützung erhält das CIN dabei auch vom assoziierten Partner VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik.

Webseite Clean Intralogistics Net

Wirtschaftlich und sicher: die Brennstoffzelle

Bereits zehn Prozent der 500 größten Firmen weltweit nutzen Brennstoffzellen. Das Pariser Logistikzentrum Prelodis mit 270.000 Tonnen Obst- und Gemüsefracht pro Jahr ist Europas erster 100-Prozent-Wasserstoff-Standort. Im deutschsprachigen Raum setzen bereits seit 2012 unter anderem das Mercedes Benz-Werk in Düsseldorf, das BMW-Werk in Leipzig sowie DB Schenker in Linz neue Maßstäbe in Sachen klimafreundlicher Antrieb.

Für den Einsatz von Brennstoffzellen gibt es mehrere gute Gründe, denn die Brennstoffzelle bietet in der Logistik eine Reihe technischer Vorteile. Der Antrieb über E-Motoren ist vibrationsarm und leise.

Die emissionsfreien Flurförderzeuge sind zudem sowohl in Innenräumen als auch im Außenbereich einsetzbar, sogar bei Extremtemperaturen, etwa in Kühlräumen. Neben hoher Effizienz und flexiblen Einsatzmöglichkeiten hat sich die Technologie als sehr zuverlässig, robust und wartungsarm erwiesen.

Die Brennstoffzellen verfügen über eine lange Lebensdauer und punkten durch eine konstante Leistungsabgabe bis zur vollständigen Entleerung des Wasserstoff-Tanks. Auch der Tankvorgang stellt keine Einschränkung dar: Er dauert ca. drei Minuten und damit nicht länger als eine herkömmliche Befüllung mit Diesel. Die Betankung erfolgt direkt am Einsatzort der FFZ, da die Tanksäulen in Logistik-/Werkhallen aufgestellt werden können.