04.09.2018

NOW-Symposium zeigt alternative Energiesysteme für eine nachhaltige Schifffahrt

  • NOW-Symposium „Zero Emission Shipping“ bringt Fachleute für eine nachhaltige Schifffahrt im Rahmen der Leitmesse der maritimen Wirtschaft SMM 2018 zusammen.

  • LNG, batteriebetriebene Elektromotoren und Brennstoffzellentechnologie sind emissionsarme Alternativen zu herkömmlichen Schiffskraftstoffen.

  • Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt Projekte und Investitionen in alternative Energiesysteme mit Förderprogrammen.

Berlin/Hamburg, 4. September 2018 – Wie Antriebstechnologien mit verflüssigtem Erdgas (LNG), Batterie oder Brennstoffzelle für eine saubere Schifffahrt eingesetzt und Schiffe effizient und emissionsfrei mit Energie versorgt werden können, das diskutieren Expertinnen und Experten am 4. September 2018 auf dem NOW-Symposium „Zero Emission Shipping – Alternative Energiesysteme für eine nachhaltige Schifffahrt“ in Hamburg im Rahmen der internationalen Leitmesse der maritimen Wirtschaft SMM 2018.

Die strategischen Umwelt- und Klimaschutzziele der Bundesregierung sowie weiterer Mitgliedsstaaten der IMO, die festgelegten Grenzwerte für Luftschadstoffe und die Ausweitung von Emissionskontrollgebieten sowie zunehmend stringentere EU-Regulierungen bei gleichzeitig wachsendem Transportbedarf erhöhen den Handlungsdruck.

Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der NOW GmbH, macht jedoch deutlich:
„Alternative Energiesysteme sind technisch einsatzbereit und können schon jetzt die Emissionen in der See- und Binnenschifffahrt sowie in Häfen massiv senken. Schiffsantriebe für erneuerbar herstellbare Flüssigkraftstoffe wie LNG eignen sich vor allem für Schiffe mit hohen Energiebedarfen bei längeren Fahrtrouten. Batterien und Brennstoffzellen bieten sich für eine optimale Energienutzung an. Elektromobile Anwendungen mit Batterie und Brennstoffzelle sind vielversprechend im Short Sea Bereich und in der Binnenschifffahrt. Es gilt Best-Practice Lösungen für den jeweiligen Anwendungsfall zu identifizieren - für alle Technologien gibt es überzeugende Demonstrations- und Pilotprojekte.“

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt diese Projekte und Investitionen in alternative Energiesysteme mit Förderprogrammen. Dazu erklärte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur:
„Wir wollen die Schifffahrt gemeinsam mit den Akteuren als nachhaltigen Verkehrsträger zukunftssicher aufstellen. Die Unternehmen des internationalen Seeverkehrs wissen um die Herausforderungen und nehmen sie an. Die Beschlüsse der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation müssen nun Rechts- und Planungssicherheit geben.“

Mit der Koordinierung der Förderprogramme ist die NOW GmbH beauftragt und damit erster Ansprechpartner bei allen Fragen.

LNG als Kraftstoff – heute schon die emissionsarme Alternative

Verflüssigtes Erdgas (LNG) verursacht keine Schwefeloxid-Emissionen (SOx). Als Alternative zu herkömmlichen, ölbasierten Schiffskraftstoffen erlaubt LNG außerdem eine Reduktion von Stickoxid-Emissionen (NOx) um bis zu 90 Prozent. Feinstaub-Emissionen (PM) werden um rund 98 Prozent reduziert. Darüber hinaus bietet auch der Einsatz von LNG zur Bordstromversorgung während der Hafenzeit ein großes Potenzial, die Luftqualität für die Menschen lokal zu verbessern. Beispielsweise können bereits mit der Ausrüstung eines 1.400 TEU Containerschiffs mit einem LNG-Antrieb die jährlichen Treibhausgasemissionen von 1.500 und die NOx-Emissionen von 500.000 Diesel-Pkw kompensiert werden. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert seit 2017 die entsprechende Aus- und Umrüstung von Seeschiffen auf den LNG-Antrieb.

Batterie mit Elektromotor – Sauber mit erneuerbarem Strom

Elektromotoren, die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, verursachen im Betrieb keine Emissionen. Vor allem bei Fähren oder Fahrgastschiffen, die relativ kurze Strecken zurücklegen, eignet sich der batterieelektrische Antrieb. Durch die Elektrifizierung des Fährverkehrs, wird so auch auf kommunaler Ebene zum Erreichen der nationalen CO2-Reduktionsziele beigetragen. Erste Erfahrungen im Betrieb solar-elektrischer Fahrgastschiffe in Kommunen sind Teil des Programms. Die Förderung der batterieelektrischen Mobilität auf Schiffen wird über die Förderrichtlinie Elektromobilität des BMVI realisiert.

Brennstoffzelle mit Elektromotor – hohe Reichweite, keine Schadstoffemissionen

Die Brennstoffzellentechnologie kann im Schiffsbereich für emissionsfreie Antriebe und zur Bordstromversorgung eingesetzt werden. Das Grundprinzip: Wasserstoff – oder auch reformiert aus anderen Brennstoffen wie Methan, Methanol oder Straßendiesel – wird über eine elektro-chemische Reaktion mit Luftsauerstoff genutzt, um elektrische Energie zu erzeugen. Diese wird in Batterien zur weiteren Effizienzsteigerung („peak shaving“) zwischengespeichert und treibt dann Elektromotoren an. Der Bund investiert seit der Einführung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) in Projekte für alternative Energiesysteme mit Brennstoffzellen in der Binnen- und Seeschifffahrt.

Das NOW-Symposium „Zero Emission Shipping“ stellt überzeugende Anwendungsbeispiele in allen Bereichen vor.

v.l.: Wolfgang Axthammer (Geschäftsführer NOW GmbH), Achim Wehrmann (Unterabteilungsleiter Schifffahrt, BMVI), Dr. Klaus Bonhoff (Geschäftsführer (Sprecher) NOW GmbH), Heinrich Klingenberg (hySolutions GmbH)
Erik Schumacher, Bereichsleiter Stationäre Brennstoffzellen (NIP) NOW GmbH
Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer (Sprecher) NOW GmbH
Prof. Dr. Olav Hohmeyer, Uni Flensburg
Achim Wehrmann, Unterabteilungsleiter Schifffahrt BMVI