24.03.2020

Elektromobilität: E-Fahrzeuge in Flotten brauchen bessere Auslastung

Batterieelektrische Fahrzeuge sind für den Einsatz in kommunalen und gewerblichen Flotten gut geeignet. Das ergibt die aktuelle Auswertung des Zentralen Datenmonitorings (ZDM) der Programm-Begleitforschung im Förderprogramm Elektromobilität des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Grundlage für die Bewertung sind reale Fahr- und Ladedaten (Betriebsdaten) von etwa 1.400 Elektrofahrzeugen, die im Auftrag der NOW GmbH von der Ingenieurgruppe IVV ausgewertet wurden. Die Auswertung gibt auch Hinweise auf Optimierungsbedarf beim Einsatz von Elektrofahrzeugen.

Mit einer typischen Tagesfahrleistung von unter 40 km werden bei den untersuchten batterie-elektrischen Fahrzeugen in kommunalen und gewerblichen Flotten nur rund 20 % der möglichen Reichweite ausgeschöpft. Angesichts der höheren Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen und der Tatsache, dass die Herstellung der Batterie mit einem hohen Rohstoff und Energiebedarf verbunden ist, muss diese Entwicklung aus ökologischer und ökonomischer Sicht kritisch gesehen werden. Eine größere Batterie scheint sowohl aus betrieblicher Sicht oft nicht notwendig und ökologisch auch nicht sinnvoll. Die Batteriekapazität sollte vielmehr immer dem Einsatzkontext angepasst werden. Zudem sollte es Ziel sein, die kommunalen und gewerblichen E-Fahrzeuge insgesamt stärker auszulasten. Dies kann zum Beispiel durch verbessertes Flottenmanagement, die Freigabe der Flottenfahrzeuge für Privatfahrten am Wochenende oder die Integration der Fahrzeuge in Sharingangebote erreicht werden.

Die Förderprogramme des Bundes haben wesentlich zur Etablierung der Elektromobilität in Deutschland beigetragen. Allein das BMVI hat seit 2010 im Rahmen der verschiedenen Förderprogramme zur Elektromobilität 20.600 Elektrofahrzeuge und 10.400 Ladestationen gefördert und damit den Markthochlauf angeschoben. Rechnet man den Umweltbonus hinzu, sind rund 60 % aller neuzugelassenen Elektrofahrzeuge mit Bundesmitteln gefördert worden.

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Hintergrund
Das Zentrale Datenmonitoring (ZDM) kann entscheidende Hinweise für die Ausgestaltung der künftigen Förderpolitik geben und ist daher ein wichtiger Baustein der Begleitforschung im Rahmen des Förderprogramms Elektromobilität des BMVI. Über mehrere Jahre hinweg hat das ZDM systematisch, strukturiert und detailliert reale Fahr- und Ladedaten (Betriebsdaten) erfasst. Um den Markthochlauf der Elektrofahrzeuge zu beobachten, werden zusätzlich Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts ausgewertet und der Aufbau der Ladeinfrastruktur gemonitort. Seit Februar 2020 wird das Zentrale Datenmonitoring durch die NOW GmbH in-House geführt und neu ausgerichtet.