Innovation als Programm
Hierfür brauchen wir für unsere Industrie, unsere Mobilität und unsere Wohnungen eine sichere und zunehmend saubere Energieversorgung. Gleichzeitig müssen wissensintensive Branchen stimuliert werden, die eine zuverlässige Grundlage für globale Wettbewerbsfähigkeit und zukunftsfähige Arbeitsplätze bilden. Der Energieträger Wasserstoff und die Verwendung von Brennstoffzellen können wesentlich zur Erreichung dieser Ziele beitragen. Die Bundesregierung unterstützt die Weiterentwicklung und Einführung dieser Technologien durch die gezielte Förderung im Rahmen des von den Bundesministerien für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Wirtschaft und Technologie (BMWi), Bildung und Forschung (BMBF) sowie Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gemeinsam formulierten „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“ (NIP).
Im Rahmen des NIP sind für die kommenden zehn Jahre zusätzliche 500 Mio. € Förderung dieser Technologie vorgesehen. Bei Fortschreibung der seit Jahren erfolgreich laufenden FuE-Förderung des Bundes für Brennstoffzellen und Wasserstoff - vor allem durch das BMWi - stehen unter Berücksichtigung der komplementären Mittel der Industrie und Anwender im Zeitraum 2007 bis 2016 bis zu 1,4 Mrd. € zur Verfügung. Hinzu kommen noch Mittel des BMBF zur Grundlagenforschung und institutionellen Förderung der Großforschungseinrichtungen auf diesem Gebiet. Damit werden die bisherigen Aktivitäten von Bundesregierung, Industrie und Forschung konzentriert fortgeführt, deutlich ausgeweitet und neue Schwerpunkte gesetzt.
Das BMWi hat gemeinsam mit dem Projektträger Jülich (PTJ) seit Beginn der 1990iger Jahre Brennstoffzellentechnologien vor allem für stationäre Anwendungen sehr erfolgreich gefördert. Die Basis hierfür war das Energieforschungsprogramm der Bundesregierung. Mit der Schaffung des NIP in 2006 hat die Bundesregierung ein deutliches Zeichen gesetzt, die Marktvorbereitung von Wasserstoff als alternativem Kraftstoff sowie von Brennstoffzellen im Verkehr, im Bereich der stationären Energieversorgung (Hausenergie und industrielle Anwendungen) sowie im Bereich der speziellen Märkte in Deutschland zusätzlich zu unterstützen.
Das NIP stellt ein integriertes Programm dar, in dem Forschung- und Entwicklung so wie Demonstration eng miteinander verzahnt sind. FuE-Ergebnisse liefern die Basis für Demonstrationsvorhaben und Erfahrungen aus dem Demonstrationsbetrieb liefern neue Ansätze für F&E-Vorhaben. Beide Säulen des NIP – FuE und Demonstration – gilt es wirkungsvoll miteinander zu verknüpfen.
Die Aktivitäten des NIP sind im „Nationalen Entwicklungsplan“ beschrieben, der die Grundlage für die Fördermaßnahmen der Bundesregierung zu Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien darstellt.
Das Arbeitsprogramm des NIP ist in vier Entwicklungspläne gegliedert, die durch die verschiedenen Einsatzbereiche gekennzeichnet sind:
- Verkehr inklusive Wasserstoffinfrastruktur (Produktion, Distribution,
Speicherung und Betankung) - Hausenergieanwendung
- Industrieanwendungen
- Spezielle Märkte für Brennstoffzellen
Der Entwicklungsplan weist auf Basis einer bottom-up Analyse einen Mittelbedarf von über 2 Mrd. Euro über den Gesamtzeitraum von 10 Jahren aus. Da dies die verfügbaren nationalen Mittel übersteigt, ist eine enge Abstimmung mit Aktivitäten der Bundesländer und mit der Europäischen Union vorgesehen. Das Ziel ist, gemeinsame co-finanzierte Aktivitäten durchzuführen, und damit den Gesamtrahmen der Aktivitäten zu vergrößern.
In Summe sollen im Rahmen des NIP etwa 65% der verfügbaren Mittel verwendet werden, um im Rahmen von Demonstrationsprojekten (Leuchttürmen) die Alltagstauglichkeit und Zuverlässigkeit von Komponenten und Systemen für den späteren kommerziellen Einsatz systematisch vorzubereiten.
Wolfgang Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung:
"Wir stehen an der Schwelle von Forschung und Entwicklung zu Demonstration und Umsetzung in alltagstauglichen Anwendungen. Wir wollen die deutsche Marktführerschaft in diesem Bereich behaupten, mit dem Ziel, in zehn Jahren die Marktschwelle zu erreichen. Das Innovationsprogramm zeigt, dass Deutschland bei Forschung und Entwicklung neue Wege geht. Es verbindet die bewährte Förderung mit einem zusätzlichen Element - der Demonstration marktfähiger Gesamtsysteme im Alltag."
Vorstellung des NIP auf der f-cell 2007



