Camping mit Brennstoffzelle

Brennstoffzellensysteme bieten als netzunabhängige Stromversorgung für Freizeitfahrzeuge gegenüber konventionellen Systemlösungen (z.B. Generatoren) eine Reihe von signifikanten Vorteilen: zeit- und witterungsunabhängiger Betrieb, hohe Verfügbarkeit, geringes Gewicht und sehr geringe Lärm- und Abgasemissionen.

Leuchturmprojekt Bodensee

Beschreibung

Die Blumeninsel Mainau, das Museum der Pfahlbauten oder der Rheinfall – am Bodensee findet man viele Sehenswürdigkeiten. Mit dem Leuchtturmprojekt Bodensee wird eine weitere hinzukommen. Und diese Attraktion blickt nicht in die Geschichte zurück, sondern weist nach vorn: in die Zukunft einer nachhaltigen Mobilität.

Im Mittelpunkt stehen Freizeitfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb, die auf und am Bodensee zum Einsatz kommen: Boote, Campingfahrzeuge sowie Fahrräder, Scooter und andere Leichtfahrzeuge. Und diese sollen nicht nur technisch entwickelt, sondern auch gezeigt und im Alltagsbetrieb getestet werden. Das heißt vor allem: Raus aus den  Labors, rein ins Urlaubsvergnügen!

Urlauber können sich dann per Brennstoffzelle betriebene Fahrräder, Scooter oder auch Boote für Ausflüge leihen. Größere Fahrzeuge wie Camper sollen ebenfalls durch Testnutzer im möglichst realitätsnahen Urlaubsbetrieb erprobt werden. Aufgetankt wird an zunächst einer, später mehreren Wasserstofftankstellen, die am Ufer errichtet werden. Die Besonderheit hier ein Drive-in zu Lande und Wasser: Sowohl Boote als auch die Landfahrzeuge können hier aufgetankt werden.

Die Besonderheiten des Brennstoffzellenantriebs kommen in diesen Freizeitfahrzeugen besonders zur Geltung. Für alle gilt: Sie sind leise, emissionsfrei und machen Spaß! Denn die Elektromotoren von Brennstoffzellenfahrzeugen sind in punkto Fahrdynamik dem herkömmlichen Verbrennungsmotor deutlich überlegen.

In der Aufbauphase wird das Bodenseeprojekt durch das Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg unterstützt, seit Februar 2010 wird es als Leuchtturmprojekt des Nationalen Innovationsprogramms für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Projektmodule

Fahrzeuge und Technologie hinter dem Demonstrationseinsatz entstehen in der Zusammenarbeit mehrerer Forschungsverbünde mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Unter dem Projektnamen STEP entwickeln elcomax, SFC Smart Fuel Cell und Truma Gerätetechnik eine neue Technologiegeneration für Membran-Elektroden-Einheiten (MEA), dem »Herz« der Brennstoffzelle. In diesem Vorhaben werden unter Verwendung wesentlich kostenreduzierter MEA die nächsten Brennstoffzellengenerationen für DMFC (Direktmethanol-Brennstoffzelle) und HTPEM (Polymer-Elektrolyt-Membran-Brennstoffzelle) gefertigt.
  • Die Projektpartner Clean Mobile und SFC Smart Fuel Cell entwickeln im Projekt »DMFC-Antrieb für leichte Elektrofahrzeuge« eine DMFC-Systemplattform, die auf die Anforderungen des LEVMarktsegmentes (Light Electric Vehicles) zugeschnitten ist. Im Vordergrund stehen Optimierung und Effizienz des Gesamtsystems von Elektroenergieversorgung und -antrieb sowie die Demonstration anhand verschiedener LEV-Fahrzeugtypen im Alltagseinsatz.
  • Ein Reformer-Brennstoffzellen-System wird im Projekt »Bordstromversorgung für Freizeitfahrzeuge« von Truma Gerätetechnik weiterentwickelt. Das System wird einem marktnahen Praxistest unterzogen und in der netzunabhängigen Bordstromversorgung (Auxilary-Power-Unit) von Freizeitfahrzeugen eingesetzt. Die Erprobung im Alltag erfolgt durch ausgewählte Endkunden und Fahrzeughersteller im Rahmen eines zweistufigen Feldtests.
  • Mit dem Projekt »Fuel Cell 4 Leisure« werden von EnyMotion in Zusammenarbeit mit Dometic und dem ZBT (Zentrum für BrennstoffzellenTechnik) bestehende 250-Watt-Brennstoffzellensysteme zur Stromversorgung mit Campinggas als Brennstoff in Anwendungen des Freizeitmarktes (Wohnmobile und Boote) integriert. Sie werden in Feldtests untersucht und mit Blick auf die speziellen Anforderungen hinsichtlich ihrer Alltagstauglichkeit und Zuverlässigkeit weiterentwickelt.

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