Batterie als Stromspeicher
Die weitere Entwicklung der Elektromobilität wird maßgeblich bestimmt werden durch die Entwicklung der Batterietechnik. Schon heute sind in den ersten seriennahen Elektroautos extrem leistungsfähige Akkumulatoren verbaut. Denn in der Tat: Was für den Benziner ein zuverlässiger Motor mit ausgefeilter Steuerung, ist für das Elektroauto der High-Tech-Akku mit diffizilem Batteriemanagement. Die Konstruktion eines geeigneten Elektromotors nimmt sich dagegen vergleichsweise harmlos aus. Kein Wunder, denn die Anforderungen sind hoch: Schließlich soll es beim Aufladen schnell gehen – und danach soll der Akku möglichst für Hunderte von Kilometern Strom liefern.
Gedankenspiel: In naher Zukunft fahren eine oder mehrere Millionen Elektroautos auf unseren Straßen. Gesucht wird nun ein flexibel einsetzbarer Stromspeicher, um Schwankungen im Stromnetz abzupuffern, die naturgemäß bei der Gewinnung erneuerbarer Energien auftreten. Was liegt näher, als dazu die Hochleistungsbatterien der Fahrzeuge zu nutzen? Konkret hieße das: Wenn zum Beispiel starker Wind weht, so dass nicht alle Windenergie im Stromnetz abgenommen werden kann, soll diese dazu dienen, Elektroautos aufzuladen. Das Stromnetz wird entlastet. Und der Fahrzeugbetreiber kann sicher sein, tatsächlich nur mit erneuerbarer Energie unterwegs zu sein.
Diese Idee klingt so einfach wie ihre Umsetzung komplex ist. Schließlich muss das Auto ja „wissen“, wann es laden soll. Außerdem muss der Fahrer eingebunden werden, denn vielleicht ist der ja gerade auf der Autobahn unterwegs, wenn der Windstrom zum Aufladen am günstigsten wäre. All dies sind offene Fragen. Dennoch wird bereits in verschiedenen Forschungsansätzen an der Verwirklichung einer solchen intelligenten Ladesteuerung gearbeitet. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei zunächst Flottenbetreiber, also Unternehmen, die eine Fahrzeugflotte unterhalten. Zum einen, weil diese zu den ersten Anwendern von Elektromobilität zählen. Zum anderen, weil ein Flottenbetreiber das Lademanagement seiner Fahrzeuge besser planen kann als ein Privatnutzer mit nur einem Pkw.
Übrigens: Interessant ist dabei nicht nur der Weg vom Stromnetz ins Auto – die Fachwelt spricht von „Grid to Vehicle“. Auch die umgekehrte Variante – „Vehicle to Grid“ – ist ein Forschungsthema. In diesem Fall sollen Autobesitzer in Zeiten niedriger Energieproduktion die Möglichkeit haben, Strom wieder einzuspeisen. Es liegt auf der Hand, dass für die Umsetzung dieser Vorhaben nicht nur technische Fragen zu klären sind. Auch ein Marktmechanismus, der dem Autofahrer entsprechende Anreize gibt, ist noch zu finden.