Unterbrechungsfreie Stromversorgung mit Brennstoffzellen

Brennstoffzellensysteme als Netzersatzanlagen und für die unterbrechungsfreie Stromversorgung stehen heute in verschiedenen Größen und Leistungsbereichen zur Verfügung. Das Spektrum reicht von großen Modulen mit mehreren hundert Kilowatt Leistungen bis zu kleinen Anlagen im niedrigen Watt-Bereich. So unterschiedlich ihre Größe, so verschieden sind die möglichen Einsatzgebiete, zumal die umweltschonenden Effekte in jeder Größenordnung zum Tragen kommen.

Clean Power Net – ein starkes Bündnis
Im Oktober 2010 wurde die strategische Partnerschaft Clean Power Net (CPN) von 19 Akteuren aus Industrie und Forschung ins Leben gerufen. Mittlerweile ist das Netzwerk auf 23 Partner angewachsen, die gemeinsam die Markteinführung von umweltfreundlichen Brennstoffzellenapplikationen für Industrie und Business vorantreiben. Durch den Austausch zwischen Anwendern und Systemherstellern unter der Einbindung wissenschaftlicher Einrichtungen können Synergien gehoben und Probleme gezielt adressiert werden.
Das CPN ist ein Leuchtturmprojekt des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP), das von 2013 bis 2016 offiziell gefördert wurde. Dies unterstreicht die Bedeutung der Technologie für das Anwendungsgebiet unterbrechungsfreier Stromversorgung und Netzersatzanlagen.

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Brennstoffzellen als Netzersatzanlagen im BOS-Digitalfunk
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung ist vor allem in kritischen Infrastrukturen wie dem Digitalfunk der "Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" (BOS) unabdingbar. Brennstoffzellen-Netzersatzanlagen (BZ-NEA) stellen in immer mehr Regionen Deutschlands die Notstromversorgung von Digitalfunkstandorten. Äußerst umweltfreundliche Betriebsbedingungen und eine unkomplizierte und kostengünstige Fernwartung machen das Netzersatzanlagen-System für die Anwendung in der Praxis attraktiv. Eine zusätzliche Kostenersparnis resultiert aus der fast unbegrenzten Haltbarkeit von Wasserstoff, sodass im Unterschied zu Dieselsystemen auch bei längeren Standzeiten kein Kraftstoffwechsel vorgenommen werden muss. Insbesondere im Bereich der Notstromversorgung mit typischerweise geringen Einsatzzeiten und höchsten Anforderungen an die Einsatzbereitschaft stellt dies einen wichtigen Vorteil des Systems Wasserstoff und Brennstoffzelle dar.

In Bayern verfügt das BOS-Digitalfunk-Netz bereits über 44 Basisstationen mit Brennstoffzellen-Netzersatzanlagen, die auf die erhöhten Anforderungen der voralpinen und alpinen Regionen des Freistaats ausgerichtet sind. Auch in Baden-Württemberg und Brandenburg wird der BOS-Digitalfunk mittels der mit reinem Wasserstoff betriebenen Systeme abgesichert: 35 Brennstoffzellensysteme wurden im baden-württembergischen Raum implementiert, weitere 116 Anlagen ermöglichen in Brandenburg bereits seit mehreren Jahren eine zuverlässige Notstromversorgung des BOS-Netzes. Die Projekte demonstrieren den Reifegrad der Brennstoffzellentechnologie unter klimatisch und technisch anspruchsvollen Bedingungen und bei erschwerter Zugänglichkeit. Sie wurden dabei aus dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert.